Donnerstag, 5. März 2009

Tourenskilaufen - 22.02-25.02

Ende Februar habe ich zusammen mit drei kanadischen Freunden vom Outdoors Club der McGill Uni vier wunderschöne Tage in einem Nationalpark (Parc de la Jacques Cartier) im Norden von Québec verbracht. Ausgerüstet mit Gegenständen zum Wintercampen, Lebensmitteln und Tourenskien mit Fellen wollten wir im Park Tourenskilaufen und die Nacht in Zelten oder ähnlichem verbringen. Diese knappe Woche war für mich eine meiner schönsten, abenteuerlichsten und vor allem anstrengensten Aktionen, die ich bisher hier erleben durfte.

Nachdem wir Sonntag morgens bei Schneefall mit dem Bus über Québec zu dem Park gefahren sind, haben wir sofort unsere Skier angeschnallt und wollten das Abenteuer beginnen. Nach 200 m kam dann allerdings das Häuschen der Parkverwaltung in unser Blickfeld, so dass wir erst einmal überlegen mussten, ob wir bereit sind auf komische Fragen zu antworten und für unseren Aufenthalt zu zahlen oder doch lieber einen anderen Weg in den Park suchen sollten. Der Mitarbeiter dort kam uns aber zuvor, nachdem er uns ein paar Minuten beoachtet hat (und ihm wohl sehr klar war, was da vorging), und hat uns schließlich zu sich "bestellt". Langsam aber sicher mussten wir dann aber die Katze aus dem Sack lassen und unsere wahren Ziele offenbaren. Begeisterung hat es dabei bei dem Typ nicht unbedingt ausgelöst (denn Wintercampen draußen ist eigentlich nicht vorgesehen) und da er noch recht jung und vorsichtig war, konnten wir ihm dann eine Ewigkeit von draußen zusehen, wie er mit seinem Chef telefoniert, unsere Daten durchgeben... hat. Nachdem wir nun schon fast eine ganze Stunde am Park waren, hat der Chef uns dann eine Sondergenehmigung (letzte Minute, auf eigene Gefahr) ausgestellt und wir durften los. Die Sonne war schon fast untergegangen und somit sind wir nur noch gut 3 km zu einem nahe gelegenen Campingplatz im Park gelaufen, wo wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen haben.



Im Haupttal des Parks verstreut sind kleine Campingplätze oder auch Hütten mit rustikalen, aber sehr sauberen, Klohäuschen. Im Winter sind eigentlich nur die Hütte zu mieten. Da wir 1-1.50m Schnee hatten, war die Aktion "Nachtlager aufschlagen" durchaus etwas komplizierter:

Zunächst haben wir zu viert mit unseren Skien versucht eine Fläche für Zelt und Essensgelegenheiten zu verdichten. Anschließend haben wir mit Schaufeln ein paar kleine Gräben ausgehoben, die immer ungefähr bis zum Bauch gingen, so dass wir Bänke und Tische zum Kochen hatten. Anschließend sind wir oft im Wald noch mit Skiern Holz holen gegangen, um später noch ein Feuer anmachen zu können. Während dessen wurde dann auch noch das Zelt aufgestellt. Irgendwann konnte man dann die Skier ausziehen und vorsichtig versuchen, auf der verdichteten Fläche zu laufen, oder bessern in den Gräben. Das ist ein bisschen wie auf einer Insel eingeschlossen sein, sobald man die verdichtete Fläche verlässt sinkt man ziemlich tief in den Schnee ein. So musste auch das stille Örtchen durchweg mit Skiern "angefahren" werden.

Da Québec (und auch dieser Park) nicht besonders bergig sind, ist Tourenskilaufen eher mit Langlaufen in Tiefschnee als mit Tourenskifahren in den Alpen zu vergleichen. Zwei von meinen drei Mitstreitern sind ziemlich geübte Langläufer, die kurz davor in zwei Tagen 160 km nach Ottawa gelaufen sind, und haben somit ein ordentliches Tempo vorgelegt. Für mich, der nicht wusste, dass es Muskeln zum Langlaufen gibt, war das dann durchaus anstrengend mit der Truppe mitzuhalten. Die unweigerliche Folge waren: Erhebliches Muskelkater und vor allem nasse Klamotten. Auch bei -10° sind wir teilweise nur im Pulli und einer dünnen Jacke gelaufen, so sehr mussten wir schwitzen.

Leider besteht allerdings kaum eine Möglichkeit, die nassen Socken, T-Shirts... wieder trocken zu bekommen, somit bestand die einzige Möglichkeit daraus, seinen Schlafsack nachts noch mit feuchten Socken (die riechen auch so gut), T-Shirts oder auch mal ein paar Innenschuhen der Skistiefel zu teilen. Gerade beim Wintercampen muss man sehr voraussichtig planen, um am nächsten Morgen nicht eine böse Überraschung zu erleben.

Am Montag morgen hat es dann noch leicht geschneit, in den darauffolgenden Tagen bekamen wir aber nur noch blauen Himmel und Sonnenschein spendiert.

Zunächst sind wir dann ungefähr 10km einer Straße entlang eines Flusses in den Park gefolgt und sind dann in einen Seitenarm des Flusstales abgebogen. Nach unserer Karte (aus dem Jahr 1968) musste in 5km eine Brücke kommen, durch die wir den Seitenfluss überqueren konnten. Nach ca. 2km war dann auf einmal der Weg gesperrt und ein Weiterkommen war eher mit sich durch die Büsche schlagen zu vergleichen. Die Mühen haben sich leider nicht gelohnt: Die Brücke war nur noch ein Fundament auf beiden Seiten ohne die eigentliche Brücke. Also sind wir teilweise wieder zurückgelaufen und haben unser Nachtlager aufgeschlagen. Dieses Mal hatten wir noch ca. 2h Licht und konnten somit ein Quincy (Schneehöhle) bauen. Ich glaube, ich habe das schon einmal beschrieben in dem Beitrag zum NewMemberWeekend im Januar. Zunächst haben wir eine Stunde Schnee aufgeschüttet und dann erstmal eine bis zwei Stunden gewartet, damit dieser Berg sich setzen kann. Anschließend haben wir ihn ausgehöhlt, so dass wir zu viert drin Schlafen konnten. Die Decke haben wir dabei besonders dünn gehalten, damit wir im Falle eines Einsturzes nicht komplett verschüttet sind. Das ganze hat dann gute 3h gedauert. Die Nacht war aber die angenehmste Nacht überhaupt. Trotz Temperaturen bei -10° oder -15° war es innen relativ warm und gemütlich.

Am Dienstag wollten wir dann unsere Quer-Feld-Ein Taktik intensivieren und auch mal Skifahren. Also haben wir fast den ganzen Tag versucht einen Hang durch den Wald hochzulaufen, um dann idealerweise über eine offene Fläche wieder abfahren zu können. Das ganze war dann doch etwas anders: Man brauchte gut 10min für 100m Strecke, den Wege gab es, waren aber nicht sichtbar. Überall umgestürzte Bäume, die hin und wieder auch mal aus dem Schnee rausschauten. Kleine Tannwäldchen mit dichtem Gestrüpp. Unüberwindbare Minifelsen... Eine Stunde vor Sonnenuntergang waren wir immer noch nicht oben, meine Kräfte schwanden deutlich und der offene Hang zum Abfahren war nicht in Sicht. Schließlich haben wir demokratisch (3:1) abgestimmt, dass wir jetzt den Rückweg antreten, um nicht komplett mit Stirnlampen wieder runterfahren zu müssen. Das Runterfahren ging dann auf dem gleichen Weg wie wir gekommen sind, doch mit Skiern, die eine ähnliche Bindung wie Langlaufski hatten, war ein normales Skifahren nicht möglich und es war sehr abenteurlich. Jeder Ast am Wegesrand war sehr nützlich um seine Geschwindigkeit zu kontrollieren. Dennoch ist jeder von uns mehrmals deutlich in den Tiefschnee abgestürzt. Dann heißt es erstmal Rucksack ausziehen und irgendwie versuchen wieder aufzustehen, Rucksack auf und weiter. Mit Stirnlampen sind wir dann schließlich wieder unten angekommen und haben in der Nähe die dritte Nacht bei -20° verbracht.

Am nächsten Tag mussten wir dann wieder zum Parkeingang zurücklaufen. Das waren so ungefähr 15km. Dort angekommen, haben meine Beine dann angefangen zu rebellieren und sich zu beschweren, dass ich ihnen drei Tage feuchte Socken, einen schweren Rucksack und unbekannte Bewegungen spendiert habe. Aber die Rache war die Tage danach noch deutlich zu spüren.

Samstag, 28. Februar 2009

Ölsand - Ölboom und Umweltsünde in Kanada

Heute habe ich per Zufall auf ZDF gesehen, dass die Sendung "Abenteuer Wissen" diese Woche einen Beitrag zur Gewinnung von Öl aus Ölsanden in der Provinz Alberta in Kanada ausgestrahlt hat. Kanada scheint damit die zweitgrößten Ölvorkommen der Erde zu haben, lediglich ist die Gewinnung dieses Öls eines der größten Umweltsünden überhaupt und es scheint kein Ende in Sicht. Kanada ist daher mittlerweile schon auf Platz 8 der weltgrößten Umweltsünder aufgestiegen. Zur Gewinnung von 1 Barrel Öl werden 3 Barrel Wasser benötigt, um das Öl aus dem Gestein zu waschen. Dieses Wasser ist für immer mit Schwermetallen verpestet und wird in riesigen Seen aufgestaut, trotzdem fließen ca. 12 Mio Liter täglich ins Grundwasser und nahegelegene Flüsse. Eine Katastrophe für die ganze Region.

Wen das ganze interessiert, findet hier weiter Informationen:

http://abenteuerwissen.zdf.de/ZDFde/inhalt/7/0,1872,7527367,00.html

Der 30min-Videobeitrag kann in der ZDF-Mediathek angeschaut werden. Dazu entweder auf obiger Seite den Link zu der ZDFmediathek suchen mit dem Film "Ölsand - Kanadas schwarzes Gold - Sendung vom 25.02.2009" oder direkt in der ZDFmediathek danach suchen (www.zdf.de -> mediathek).

Samstag, 14. Februar 2009

Quebec, 7-8. Februar, Karneval

Das ganze Jahr über hört man hin und wieder, dass man unbedingt zum Karneval nach Québec fahren sollte. Diese für Nordamerika nicht besonders typische 5. Jahreszeit wird in Quebec traditionell über drei Wochenenden hinweg gefeiert, beginnend ab Ende Januar. Zusammen mit Markus, Ben (einem Amerikaner) und Jess (einer Australierin) habe ich mich letztes Wochenende dann nach Québec aufgemacht (ca. 230 km von Montréal), um zu erfahren, was der Karneval wirklich ist.

Relativ untypisch für Québec war das sehr milde Wochenende, mit Regenfall anstatt Schnee. Gerade zum Karneval ist in Québec fast alles ausgebucht und auch wir hatten Mühe noch kurzfristig ein Hostel zu finden, dass noch frei Betten hatte. Gebucht hatte ich Betten in einem Zehnerzimmer, bekommen haben wir ein "Private Room" in einem zusätzlich angemieteten Appartment mit riesigem Wohnzimmer und so gut wie neuer Küche. Wenn wir noch mehr Zeit mitgebracht hätten, dann hätten wir sogar die kleine Sauna im Bad benutzen können. Doch wir sind stattdessen die Stadt erkunden gegangen...

Québec liegt wie Montréal direkt am St. Lorenz-Strom, nur eben etwas weiter nörlich und näher am Atlantik. Der St. Lorenz Strom ist dort auch noch mit wesentlich mehr Eis bedeckt als in Montréal. Eisbrecher halten ständig eine Fahrrinne frei, damit die Binnenschifffahrt zu den Großen Seen aufrecht erhalten werden kann. In Québec selbst kämpft sich eine Pendelfähre zwischen den beiden Ufern durch das Eis. Das alte Québec ist ähnlich wie das alte Montréal durch alte Steinhäuser und verwinkelte Gassen geprägt. Oberhalb der "Altstadt" (Québec feiert gerade die 400-Jahr-Feier), tront das große und majestätische Hotel "Chateau Frontenac", welches aber nicht ganz so alt ist.

Zu Karnevalszeiten wird in Québec einiges geboten. Jeden Tag ist ein anderes Programm, als wird dort waren, lief gerade ein Seifenkistenrennen in den alten Gassen von Québec, auf einem großen Platz konnte man eine kleine Hundeschlittentour machen, mit seinen Freunden in Rafting-Booten den Hang hinunterfahren, Tanzgruppen auf einer Bühne zusehen oder einfach Schnee- und Eisskulpturen bewundern, die dort im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs gerade entstanden. Lustigerweise war beispielsweise eine Delegation aus dem schneeverwöhnten Mexiko dabei.

Abends war dann im Norden von Québec, wo leider nicht mehr das Altstadtflair zu finden war, sondern vielmehr nordamerikanische Einheitsholzhäuser, der Faschingsumzug. Meine Erfahrungen in Sachen Faschingsumzüge sind zwar deutlich begrenzt und meine etwas angeschlagene Gesundheit haben auch bei mir keine Höchststimmung zustande bringen lassen, aber irgendwie ging es allen Menschen um mich rum so. So standen alle eben im Nieselregen und haben auf den Umzug gewartet. Dieser kam dann auch mit durchaus netten Umzugswagen und ein paar Tanzgruppen. Leider war nicht besonders viel Musik dabei und die richtigen Stimmungsmacher habe ich auch etwas vermisst. Als dann ganz am Ende das Maskottchen vom Karneval, der Bonhomme de Carneval, aufgetaucht war, sind alle Leute so schnell es geht nach hause gegangen. Eine etwas merkwürdige Veranstaltung.



Am nächsten Morgen sind wir uns dann die großen Wasserfälle "Chute de Mont-Montmorency" in der Nähe von Québec anschauen gegangen. Im Sommer sind diese schon sehr beeindruckend und bilden im Prinzip die letzte Hürde eines Flusses bevor er in den St. Lorenz Strom mündet. Aber im Winter bildet das Schauspiel aus Schnee, Eis und Wasser nochmal eine ganz andere Dimension. Zunächst kann man sich über eine Brücke die Fälle von oben anschauen. Das Wasser ist links und rechts von Eismassen eingeengt und fällt nie wie im Sommer in einen großen See, sondern vielmehr in ein riesiges Loch, das von einer 3-4m dicken Eisschicht gesäumt ist. Der gesamt See unterhalb ist zugefroren und die Leute laufen darauf direkt zu den Wasserfällen. Über einen abenteuerlichen Abstieg auf nicht geräumten Treppen sind wir dann auch auf den See gegangen und konnten damit erst ein weiteres Zeugnis des Winters bestaunen. Die Gischt des Wassers bildet sich im Flug zu feinen Schneekristallen und setzt sich noch vor dem großen Loch ab. Im Lauf der Zeit hat sich somit ein 10-15m Schneeberg zwischen den Leuten und dem Wasserfall gebildet. Wenn man dort hinaufsteigt, wird man doch sehr sehr nass.

Anschließend sind wir nochmal zurück nach Québec, denn das große alljährliche Kanurennen über den St. Lorenz Strom hat an diesem Nachmittag stattgefunden. Einige unerschrockene junge Frauen und Männer, warm angezogen und mit Spike-Schuhen ausgestattet mussten ihr Kanu mehrmals zunächst an der Hafenpromenade entlang, dann über den Fluss hinüber ans andere Ufer und wieder zurück zum Ausgangspunkt befördern. In eisfreien Zonen konnten sie rudern, im Wasser-Eis-Gemisch sind sie dann mit einem Bein ausgestiegen und haben das Kanu auf dem Eis nach vorne geschoben. Das ganze muss sehr kühl und unglaublich anstrengend gewesen sein.

Nachdem wir uns das Schauspiel eine Weile angeschaut haben, sind wir dann langsam zurück nach Montréal gefahren.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Iceclimbing 24-25.01.09

Wenn hier schonmal der Winter etwas kälter als in Deutschland ist, dann sollte man die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben ausnutzen. Daher bin ich letztes Wochenende zum Eisklettern mit dem Outdoors Club gegangen.

Ca. 1 Fahrstunde nördlich von Montréal ist dafür eine perfekte Möglichkeit mit zwei zugefrorenen Wasserfällen, einem kleinerem und einem ziemlich hohen. Ausgestattet mit den wärmesten Kleidern, die in meinem Schrank zu finden waren (-22°C Außentemperatur, gefühlt -30°C), Steigeisen, einem Helm und zwei Pickeln an den Händen ging es dann los, um die teilweise fast senkrechten Eiswände hochzuklettern.



Meinen ersten Kletterversuch musste ich nach ca. 10min abbrechen, da ich aufgrund meiner dicken Handschuhe beim Festklammern an den Pickeln einen durchaus schmerzhaften Krampf in beiden Händen hatte. Beim nächsten Mal habe ich aus den Fehlern gelernt und eine Schicht meiner insgesamt dreischichtigen Handschuhe zum Klettern entfernt und außerdem alle paar Meter die Hände gelockert und ausgeschüttelt. Wenn man dann oben auf dem Wasserfall angekommen ist, dann ist es auf jeden Fall ein schönes Gefühl nach unten zu blicken und zu sehen, was man geschafft hat.

Die eigentlichen Dimensionen und vor allem die Steilheit der Eiswände kommt meiner Meinung nach auf den Fotos nur schwer zur Geltung, es ist tatsächlich noch beeindruckender wenn man wirklich davorsteht. Ich bin nur an der etwas kleineren Wand geklettert, die große Wand, von der ich keine Fotos habe, ist tatsächlich fast senkrecht und geht ca. 20-30m in die Höhe. Respekt wer es bis oben hin geschafft hat, das waren dann nur diejenigen, die schon etwas Übung im Eisklettern hatten.

Montag, 26. Januar 2009

Newmember Weekend MOC,17.-18.01.09

Vor einer guten Woche bin ich über das Wochenende nochmals mit dem McGill Outdoors Club in eine Hütte gefahren, das ist mittlerweile bereits mein zweites NewMember-Weekend. Im Gegensatz zu Montréal hatte es dort ungefähr doppelt so viel Schnee, ich würde mal sagen lageabhängig zwischen 50cm und 100cm. Ein Genuss und dazu noch Pulverschnee der feinsten Art. Was will man mehr.

Unsere Hütte bestand aus einem grossen Raum mit Betten am Rand und einem grossen Tisch und einem offenen Kamin in der Mitte. Daher noch eine kleine Küchenzeile. Man sollte eben abends nicht allzu müde sein oder schlafen können wie ein Murmeltier, wenn man zusammen einen grossen Raum teilt. Ich hab mich dann für die erste Variante entschieden.

Aber langsam, von Anfang: Zunächst mal haben wir Samstag morgens versucht ein Quincy, eine Art Iglo aus Schnee zu bauen, in dem man trotz frostigen Aussentemperaturen angenehm schlafen sollte. Ausprobiert haben wir es allerdings nicht. Das Quincy ist ein riesiger Schneehaufen, den man anschliessend von Innen aushoehlt, wobei der Eingang so klein wie möglich gehalten werden soll.

Mittags haben wir dann alle zusammen ein äusserst anstrengendes Spiel im Schnee gespielt, wobei bei diesen Schneehoehen eher von Schwimmen oder Robben als von Rennen die Rede sein kann. Man kann sich auch nie sicher sein, ob unter der Schneedecke ein Baumstamm liegt, oder einer kleiner Baum waechst, oder ein Graben verläuft, sollte es so sein, dann steckt man eben kurz mal bis zur Brust drin. Gut für die Gegner.

Anschliessend waren alle äusserst hungrig, somit sind wir zurück zur Hütte und haben den gemütlichen Teil des Abends eingeleitet.

Am Sonntag früh ist dann ein Teil von uns bei Schneefall mit den Schneeschuhen zum Bushwalking aufgebrochen. Alle im Gänsemarsch bahnen sich einen Weg über Seen, durch Wälder, die Böschung hoch oder runter und sollte man auf einen Weg treffen, dann möglichst einmal kreuzen und weiter in den Schnee. Wer ganz hinten läuft hat den etwas einfacheren Part, dann ist der Schnee nämlich schon etwas komprimiert. Wer vorne läuft hat den anstrengensten aber auch den lustigsten Job. Trotz Schneeschuhen sinkt man ersteinmal grob 30-40cm ein und beginnt den anderen einen Weg zu bahnen. Das ist dann ein bisschen wie Geschenke auspacken, man weiss nicht so richtig, was einen erwartet. Ein kleiner Bachlauf, ein Loch, in dem der Körper halb drin steckt oder irgendwelche Büsche, die sich einem in den Weg stellen. Insgesamt: Ein grosser Spass.