Dienstag, 25. November 2008

Icebreaker Canoeing 21-23.11.08



Hier seht ihr schon einmal ein paar Bilder vom Icebreaker Canoeing-Wochenende mit dem McGill-Outdoors-Club (MOC). Aufgrund der leicht niedrigen Temperaturen sind es allerdings nicht ganz so viele und qualitativ hochwertige Bilder geworden.

Ein Highlight im November/Dezember jeden Jahres unter den Aktivitäten des MOCs, ist das Icebreaker Canoeing Wochenende. Das Ziel: Unabhängig vom Wetter, hauptsache kalt fährt eine Gruppe von 20-30 Leuten in die Adirondacks (Naturpark, New York, USA) um dort ein Wochenende lang Kanu zu fahren und zu campen - draußen im Zelt. Und unter optimalsten Bedingungen ist der See bereits mit einer dünnen Eisschicht überzogen, die dann durch die Kanus aufgebrochen werden will.

Dieses Event habe ich mir fest vorgenommen und somit gesagt, getan. Am Freitag 21.11.08 sind wir dann mit 5-6 Autos in Montreal abends losgefahren. Auf dem Weg hat es schon einmal schön geschneit, die Grenze konnten wir auch problemlos passieren und uns weiter auf den Weg machen. Da unsere Organisatorin sich allerdings völlig auf die Wegweisung neuer Medien verlassen hat und somit einfach nur eine Wegbeschreibung von Google Maps ausgedruckt dabei hatte ohne jegliche weitere Karte war das Auffinden des besagten Sees mitten in der Nacht etwas mühsam. Um halbzwei morgens waren wir dann immer noch auf der Suche... und haben dann schließlich aufgegeben. Übernachtet haben wir dann einfach auf der Grünfläche irgendeiner Schule, die einfach so mitten in der Pampa lag. Schön frisch war es dann schon einmal, der Wetterbericht hat im Nachhinein -14° für diese Nacht gemessen.

Am Samstag morgen ging es dann nach dem obligatorischen Stopp an der Tankstelle, die irgendwie auch Stammtisch, Frühstücksort... für verlassenen US-Dörfer darstellt, zu dem See und ab in die Kanus. Es war zwar kalt genug, aber es hatte sehr viel Wind, so dass leider von Eis eher nichts zu sehen war. Egal, es hat trotzdem Spaß gemacht und komischerweise wird einem beim Paddeln nicht nur an den Händen sondern auch an den Füßen warm. Positiver Nebeneffekt. Nach einer nicht allzulangen Fahrt und einem Mittagessen zwischendurch haben wir dann bald auch schon eine Insel erreicht, auf der wir unser Nachtlager aufschlugen.

Da es gegen 5 auch schon dunkel wurde, hat sich irgendwie alles nach vorne verschoben und somit wurde um halbfünf auch schon Abendessen gekocht. Das war allerdings gar nicht so einfach. Erstes Prinzip: So wenig wie möglich aus den Handschuhen, zweitens: Wasser erst dann holen, wenn man es braucht, denn nach wenigen Minuten hat man einen Brocken Eis im Topf und kein Wasser, drittens: zwei Mädchen und ein Junge pro Kochgruppe, dann bleibt für den Jungen genug übrig ;) viertens: so schnell wie möglich essen, wenn man gerne ein warmes Essen möchte.

Abends haben wir dann ein riesen Feuer gemacht und bissle gequatscht. Trotzdem war es recht frisch und daher lagen viele bereits um 9 oder halbzehn im Schlafsack. À propos Schlafsack: Es hat sich doch noch gelohnt hier noch einen Innenschlafsack gekauft zu haben, und bekleidet mit Mütze, langer Unterhose, 1-2 Paar Socken, T-Shirt und im Extremfall auch Pulli wurde es dann doch mollig warm, allerdings nur weil wir auch zu fünft in einem 4-5-Mann Zelt lagen. Nicht äußerst bequem, aber warm. Am nächsten Tag war dann trotzdem unser gesammter Atem an der Zeltdecke gefroren. Einmal an die Zeltinnenwand klopfen und man kommt sich vor, wie bei einem Waldspaziergang nachdem es frisch geschneit hatte.

Am Sonntag ging es dann alles wieder schön zurück und dank unser mittlerweilen ausgeprägten Ortskenntnis haben wir auch den Nachhauseweg nach Montreal recht schnell gefunden. Ich hatte übrigens die Gelegenheit in einem dicken, fetten Jeep die ganze Reise zu erleben. Das ist dann schon etwas protzig, vor allem wenn man sieht wie sehr der Fahrer dieses Gefährt ehrt und liebt. Vor Fahrtantritt werden noch schnell alle Fenster geputzt. Natürlich hatte dieses Auto dann auch noch eine ferngesteuerte Zündung, einfach schon in der Tankstelle den Motor anmachen, dann kann man schneller und in einem vorgewärmten Auto weiterfahren. Ist das nicht protzig und vielleicht doch auch das, warum derzeit GM und Chrysler nicht ganz so erfolgreich sind. Wobei bei den derzeitigen Benzinpreisen... (hier ca. 0.80 CAD ~ 0.55 €)

Sonntag, 2. November 2008

Wanderung Mt. Grant, South Lincoln, Vermont, USA

In den letzten Tagen musste ich mir mal langsam Gedanken machen, wie ich mein Dreimontagsvisum für die USA, das am 19.11 auslief, wieder zur Grenze bekomme. Da hat sich doch angeboten, eine der letzten Wanderungen vor dem Winter dorthin mitzumachen. Das Angebot kam über den Outdoors Club der McGill, ursprünglich organisiert aber durch den Sierra Club von Quebec.



Also haben wir uns gestern zu sechst in die USA aufgemacht um einen kleine 5h-Wanderung auf einen der höchsten Berge dort, den 1000 und noch was m hohen Mt. Grant. Anfang der Woche hat es überall in der Gegend hier geschneit, leider ist davon nichts mehr übrig, aber dort lag noch so 5-10 cm Schnee. Also meine erste Schneewanderung hier. Es war wirklich mal wieder schön bissle raus zu kommen nach den ganzen Zwischenprüfungen.

Quebec, 12-13.10 und was sonst noch war

Leider hab ich es im Oktober tatsächlich nur geschafft Euch einmal Neuigkeiten aus Kanada zu übermitteln. Der Schuldige dafür, dass ich insgesamt nicht ganz so viel unternehmen konnte und mir dann auch noch Zeit genommen wurde darüber zu schreiben ist ziemlich schnell gefunden: Ecole Polytechnique.

Wir hatten im Oktober eine Woche Ferien, die sich lustigerweise auch noch semaine de Relâche nennt, und dann wohl Anlass zum Relaxen geben soll. Ist aber nicht so. Zumindest war das bei mir nicht so, denn die Zeit vor und nach der Woche ist die Zeit der Zwischenprüfungen.

Bei mir sah das so aus: In der Woche vor der Relâche hatte ich eine kleine Prüfung im Fach "Systèmes multivariables", für Kenner: Das ist lineare Regelung mit der Systemmatrix A in Abhängigkeit von der Zeit und außerdem als MIMO-System. In der Woche wollte dann noch ein Hausaufgabenblatt und ein Bericht geschrieben sein.

Anschließend war das erste Ferienwochende, an dem ich tatsächlich nichts für die Uni gemacht habe, sondern eher das, worüber dieser Eintrag eigentlich ursprünglich mal angelegt wurde: Ich bin mit meinem Mitbewohner mit einer Mitfahregelegenheit von Samstag bis Montag früh nach Quebec (City) gefahren. Er kommt von dort, also konnten wir bei seinen Eltern pennen. Ich weiß nicht, ob ich das schon mal geschrieben habe, aber mein Mitbewohner hat Musik mit Schwerpunkt Gesang an der McGill-Uni in Montréal studiert und in seinen Zukunfsträumen wird er auch eines Tages davon leben können. Auf jeden Fall spielt er in Quebec in einer Band (Rock, Metall), die sich mal vor 6 Jahren aufgelöst haben und jetzt wieder neu anfangen mit ihm als neuen Sänger. Und diese Band hatte einen Auftritt in einer kleinen Bar in einem Vorort von Quebec. Das war doch ein Anlass dort mal mitzukommen.

Also ich fang vielleicht dann mal von vorne an: Mitfahrgelegenheit nach Quebec, Jean-Philipps Vater hat uns dann dort abgeholt und wir sind zu ihm nach Hause: Anderes Ufer vom St-Lorenzstrom mit Aussicht zum Stadtkern von Quebec über den Fluss hinweg, also schon nicht so schlecht. Nachdem mich seine Mutter dann mit einem ordentlichen Akzent in ihre Pflanzenwelt im Garten eingeführt hat (da hab ich halt dann brav-Nicken geübt ;) ), ging es dann los zu den Bandkollegen von J-P (wie alle meinen Mitbewohner nennen). Da die Bandkollegen nicht mehr ganz die Jüngsten sind, haben alle mindestens eine Blonde (Freundin) und die Meisten richtig Familie. Das hieß also High-Live. Kleines Haus, 15 Erwachsene und mindestens genau so viele Kinder. Dort haben wir dann erstmal gemütlich zu Abend gegessen und sind dann in die kleine Bar gefahren zum Konzert. Die Bar ist so typisch Nordamerikanisch: Vorort direkt an der Hauptstraße. Äußerst hässlicher eingeschossiger Holzbau, innen Spielautomaten, Plastikstühle und Billard. Dazu alles verspiegelt und ne fette Bar. Und mittendrin ein paar Quadratmeter Platz für die Band. Das Konzert war ziemlich cool, hat echt Spaß gemacht und da ich ja die ganzen Angehörigen und Freunde der Musiker beim Abendessen schon bissle kennengelernt habe, war es dann eine nette Atmosphäre. Anschließend sind wir dann irgendwann wieder zum Bandkollegen nach Hause und haben wie man so schön sagt, die Nacht zum Tag gemacht und den nächsten Morgen zur Nacht.



Sonntags bin ich dann mit meinem Mitbewohner mit den Fahrrädern losgezogen. Mit der Fähre gings dann nach Quebec rüber und dort haben wir eine kurze Stadttour gemacht. So eigentlich nach meinem Geschmack: Viel Fähre, ein Bierchen, eine heiße Schokolade, die bisher beste Poutine die ich gegessen habe und nebenbei die paar Hauptattraktionen von Quebec. Aufgrund der 400Jahre Quebec (das ist die älteste Stadt im Nordosten Kanadas !), war dann aber doch sehr viel los, außerdem lag gerade ein großes Kreuzfahrtschiff im Hafen, und wer sich nicht das Footballspiel an Deck auf der großen Leinwand angeschaut hat, der ist dann eben wie wir auch mal nach Quebec rein.

Am nächsten Morgen gings dann wieder zurück nach Montréal und meine Ferien-Arbeitswoche begann. Erstmal hab ich dann meine Studienarbeit für Stuttgart fertig geschrieben, dann einen weiteren Praktikumsbericht angefertigt. Anschließend auf zwei Prüfungen gelernt und nebenbei noch ein weiteres Praktikum und eine Präsentation für contrôle non-linéaire vorbereitet, ach ja und ne weitere Hausaufgabe für physique des ondes (das mach ich für mein Optikhauptfach).

In der Woche nach der Relâche war dann noch die Prüfung in Méchatronique II (dort entwickeln wir Regelungen für Schrittmotoren zum Beispiel und stecken den elektrischen Schaltkreis mit Mikrocontrollern zusammen, die dann im diskreten Bereich die Motoren regeln, nachdem sie mit unserer selbstgeschriebenen Software versorgt wurden) und in contrôle non-linéaire geschrieben. Im letzeren Fach war die Woche zuvor noch ne kleine Präsentation über den Beweis von einem Théorem aus dem netten Regelungsbuch von Khalil und einer Projekt meiner Wahl.

Fertig war der ganze Spuck dann pünktlich zu Halloween.