Nachdem ich jetzt hier schon seit gut vier Wochen studiere, ist es mal Zeit Euch vorzustellen, was ich hier eigentlich den ganzen Tag so mache (wenn ich nicht gerade das mache, was ich hier normalerweise sonst so schreibe).
Ich höre hier vier Vorlesungen, was den für ein kanadisches Visum benötigten 12 Credits entspricht. Zwei meiner Vorlesungen sind aus dem Bachelor- und zwei aus dem Masterbereich. Die Vorlesungen aus dem Bachelorbereich sind bisher arbeitsintensiver, da sie viel mehr Pflichttermine beinhalten. Jede Vorlesung besteht aus einem 3x50min Vorlesungstermin und dazu noch ein wöchentliches oder zweiwöchentliches dreistündiges Praktikum. Dieses muss immer vorbereitet werden und anschließend muss ein ausführlicher Bericht dazu verfasst werden. Das ganze auf französisch braucht dann eben für einen Nicht-Franzosen doch teilweise etwas länger. Falls man dann mal keinen Bericht schreiben muss, kommen nochmals Hausaufgaben dazu. All das zählt meistens bereits zu bis zu 50% zu der Endnote.
Die Master-Vorlesungen bei mir beinhalten nur den Vorlesungstermin. Eigentlich ist dann vorgesehen, dass man sehr viel Zeit zuhause in die Vor- und Nachbereitung steckt und sich in Eigenregie die Dinge im Detail anschaut. Bisher hat mir aber noch bissle die Zeit gefehlt um diesen freiwilligen Verpflichtungen angemessen nachzugehen.
Das wird sich aber bald etwas ändern, denn die erste Zwischenprüfung in einem der Masterfächer steht in einer guten Woche an, im anderen Fach müssen wir ein Referat halten.
Als Europäer ist man dieses ganze Schulsystem doch nicht so gewöhnt. Zu jeder meiner Vorlesungen gibt es immer noch das passende Skript (meist obligatorisch) für billiges - teures Geld im Polytechnique-Einheitslook im Polytechnique-Eigenen-Shop zu kaufen. Der Einheitslook ist leider nur außen, innen kann es dann mal schön ein Latex-gedrucktes Skript sein oder wenn es sein muss, dann gibt es auch mal eine Professor-Handschrift-Version, die dann doch eher nur für Vollprofis geeignet ist.
Die Hälfte meiner Vorlesungen findet hier abends statt. So sitzte in Donnerstags beispielsweise bis um 22:00 im Hörsaal (mit 8 anderen). Normalerweise sind wir in den Vorlesungen 8-20 Studenten, also nicht besonders viele.
In jedem Hörsaal hat der Professor bereits einen festinstallierten Computer, der direkt an den Beamer angeschlossen ist und alle Computer im gesamten Gebäude laufen über das gleiche Netzwerk, so dass man sich überall mit seinem Account einloggen kann. Der Professor kann doch dann ohne Mühe seine Präsentation laden und wenn es mal Probleme gibt, dann kann er auch noch abends um 21:00 den Hausdienst anrufen, der dann in weniger als 5min da ist, und das Problem behebt. Also dieser Service ist schon nicht so schlecht.
Meine Professoren sind leider keine Quebecer, sondern eher ein Russe, zwei Marokkaner und ein Italiener. Bei dem Italiener weiß ich noch nicht so recht, ob ich mit seinem Stil nicht zurechtkomme oder er einfach nicht für das Vorlesungen halten geboren ist. Seine Donnerstag-Abend Vorlesung ist jedenfalls äußerst langatmig und holprig, da träume ich doch dann manchmal von Stuttgarter Vorlesungen. Er führt eben in seiner Mastervorlesung immer ein bisschen in ein Thema ein, spielt dann ein bisschen mit Matlab rum und sagt, er schickt uns alle Dateien und wir können dann mal zuhause bisschen damit rumspielen (was eher niemand macht ;) ). Also ich bin mal gespannt wie sich diese Vorlesung so entwickelt.
Sonntag, 28. September 2008
Mittwoch, 24. September 2008
für zwischendurch...

Ich habe das Glück bei meinen täglichen, etwas längeren Metrofahrten zur Uni einen treuen Begleiter gefunden zu haben. Am U-Bahn-Eingang kann man sich die kostenlose Minitageszeitung mitnehmen, sie in der U-Bahn lesen und am Ende der Fahrt dem bereitgestellten Altpapiercontainer übergeben. Oder man nimmt sie noch mit in die Vorlesung um das Sudoku am Ende zu lösen. Und manchmal wird den Kanadiern dann ein Stück Kultur beigebracht... Schaut einfach selbst
Dienstag, 23. September 2008
der Herbst kommt

Am Wochenende war ich beim Newcomer-Weekend mit dem Mountain Outdoors Club der McGill-Uni. Für den Höhepunkt des Indian Summers fast noch bissle zu früh. Ich hoffe mal, dass ich in zwei - drei Wochen nochmal in so eine Gegend komm...
Montag, 15. September 2008
Walbeobachtung 12.-14.09 in Tadoussac
Letztes Wochenende habe ich mir zusammen mit drei Franzosen und Markus, dem anderen Austauschstudent aus Stuttgart, mal wieder sehr viel Freizeit gegönnt.
Freitag Nachmittag ging es mit einem Luxusmietwagen (ich kann nur sagen DOGDE, Baujahr 2009 stand am Schlüsselbund) etwas mühsam aufgrund von einiges Staus Richtung Quebec City los. Dort war dann die Autobahn zuende und wir fuhren auf einer kleinen Bundesstraße nochmal ca. 250 km weiter den St. Lorenz Strom entlang. Das Ziel der Reise war das kleine Dorf Tadoussac, von wo aus man zu Walbeobachtungstouren in kleinen Zodiac-Schlauchbooten aufbrechen kann, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten und daher die lange Fahrt auf uns nahmen.
Nach 7 langen Stunden haben wir dann unser Motel kurz vor Tadoussac erreicht. Am nächsten Morgen musste man das Auto noch kurz auf die kostenlose Fähre stellen, um in Tadoussac anzukommen. Das Wetter für das ganze Wochenende war sehr schlecht vorausgesagt, am Samstag hatten wir aber ziemlich Glück: leicht bewölkt mit Sonne zwischendurch.
Nachdem jeder der ca. 20 Leute auf dem Boot mit warmen, wassendichten und schwimmfähigen Hosen und Jacken ausgerüstet war, ging es los. Die ganze Fahrt sollte ungefähr 3h dauern, ich hab mich mal darauf eingestellt, das wir so ne halbe Stunde durch die Gegend tuckern und dann sich vielleicht mal ein Wal erbarmt und seine Flosse oder seinen Rücken zu zeigen. Geirrt. Bereits nach fünf Minuten waren mit mittem im "Spot" (wie der Quebecer zu sagen pflegt). Vielleicht 50-100 Zwergwale waren dort zusammen mit Robben und Möwen auf Nahrungssuche. Vor Tadoussac ist im St. Lorenzstrom ein Graben, in dem sich sehr viel Plankton ansammelt, der wiederum Wale anzieht.
Der Kapitän hat dann per Funk mitgeteilt bekommen, dass ein Blauwal in der Gegend ist und dann hieß es 30min mitten in den Nebel rein. Günstig für den Blauwal, schlecht für uns. Nachdem auch die anderen Booten in der Gegend kein Glück mit dem Blauwal hatten, haben wir uns dann halt alle mit dem netten Buckelwal zufrieden gegeben. Eigentlich war auch das ein großes Glück, der ist nämlich sehr selten dort und einer der einzigen, der beim Tauchgang einmal kurz seine Schwanzflosse zeigt, was wir dreimal erleben durften. Ein tolles Ereignis.
Auf der Rückfahrt hat sich dann noch kurz ein Finnwal gezeigt und dort wo am Anfang die Zwergwale sich getummelt haben, waren jetzt auf einmal die hübschen weißen Belugas zu sehen, wobei die so flink waren, dass sie mit dem Foto kaum zu bekommen waren (und meine Batterien leer waren ;) ).
Nach dem wirklich lohnenswerten Ereignis haben wir dann noch ein kleines Vesper in Tadoussac an einem "spot de vue - point de vue für Franzosen" mit Meerblick genossen und sind schließlich ca. 150 km in nordwestliche Richtung einem Fjord bis zum Lac St. Jean heraufgefahren.
Leider war das Wetter am nächsten Tag (Sonntag) sehr sehr schlecht. Da kam es uns doch wieder ganz zu Gute, dass unser Dodge mit 7 Plätzen reichlich Platz geboten hat und wir somit die fahrende Aussichtsplattform genutzt haben, um noch bissle was von der Gegend zu sehen. Doch auch das war nicht so leicht, denn der Nebel und Regen wurde doch immer stärker. Schließlich haben wir beschlossen, ein Freilichtmuseum in der Nähe mit einem 80m Wasserfall zu besuchen, in dem ein Dorf aus der Gegend, dass zu Zeiten der aufkommenden Papierindustrie errichtet wurde. Es ist erstaunlich mit wieviel Aufwand die völlig zerfallenen Häuser wieder hergerichtet wurden.
Schließlich haben wir dann den langen Heimweg durch Kanadas Wildnis angetreten. Hier und da sind mal ein paar vereinzelte Häuser und größere Dörfer können auch mal 50km voneinander entfernt sein.
Freitag Nachmittag ging es mit einem Luxusmietwagen (ich kann nur sagen DOGDE, Baujahr 2009 stand am Schlüsselbund) etwas mühsam aufgrund von einiges Staus Richtung Quebec City los. Dort war dann die Autobahn zuende und wir fuhren auf einer kleinen Bundesstraße nochmal ca. 250 km weiter den St. Lorenz Strom entlang. Das Ziel der Reise war das kleine Dorf Tadoussac, von wo aus man zu Walbeobachtungstouren in kleinen Zodiac-Schlauchbooten aufbrechen kann, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten und daher die lange Fahrt auf uns nahmen.
Nach 7 langen Stunden haben wir dann unser Motel kurz vor Tadoussac erreicht. Am nächsten Morgen musste man das Auto noch kurz auf die kostenlose Fähre stellen, um in Tadoussac anzukommen. Das Wetter für das ganze Wochenende war sehr schlecht vorausgesagt, am Samstag hatten wir aber ziemlich Glück: leicht bewölkt mit Sonne zwischendurch.
Nachdem jeder der ca. 20 Leute auf dem Boot mit warmen, wassendichten und schwimmfähigen Hosen und Jacken ausgerüstet war, ging es los. Die ganze Fahrt sollte ungefähr 3h dauern, ich hab mich mal darauf eingestellt, das wir so ne halbe Stunde durch die Gegend tuckern und dann sich vielleicht mal ein Wal erbarmt und seine Flosse oder seinen Rücken zu zeigen. Geirrt. Bereits nach fünf Minuten waren mit mittem im "Spot" (wie der Quebecer zu sagen pflegt). Vielleicht 50-100 Zwergwale waren dort zusammen mit Robben und Möwen auf Nahrungssuche. Vor Tadoussac ist im St. Lorenzstrom ein Graben, in dem sich sehr viel Plankton ansammelt, der wiederum Wale anzieht.
Der Kapitän hat dann per Funk mitgeteilt bekommen, dass ein Blauwal in der Gegend ist und dann hieß es 30min mitten in den Nebel rein. Günstig für den Blauwal, schlecht für uns. Nachdem auch die anderen Booten in der Gegend kein Glück mit dem Blauwal hatten, haben wir uns dann halt alle mit dem netten Buckelwal zufrieden gegeben. Eigentlich war auch das ein großes Glück, der ist nämlich sehr selten dort und einer der einzigen, der beim Tauchgang einmal kurz seine Schwanzflosse zeigt, was wir dreimal erleben durften. Ein tolles Ereignis.
Auf der Rückfahrt hat sich dann noch kurz ein Finnwal gezeigt und dort wo am Anfang die Zwergwale sich getummelt haben, waren jetzt auf einmal die hübschen weißen Belugas zu sehen, wobei die so flink waren, dass sie mit dem Foto kaum zu bekommen waren (und meine Batterien leer waren ;) ).
Nach dem wirklich lohnenswerten Ereignis haben wir dann noch ein kleines Vesper in Tadoussac an einem "spot de vue - point de vue für Franzosen" mit Meerblick genossen und sind schließlich ca. 150 km in nordwestliche Richtung einem Fjord bis zum Lac St. Jean heraufgefahren.
Leider war das Wetter am nächsten Tag (Sonntag) sehr sehr schlecht. Da kam es uns doch wieder ganz zu Gute, dass unser Dodge mit 7 Plätzen reichlich Platz geboten hat und wir somit die fahrende Aussichtsplattform genutzt haben, um noch bissle was von der Gegend zu sehen. Doch auch das war nicht so leicht, denn der Nebel und Regen wurde doch immer stärker. Schließlich haben wir beschlossen, ein Freilichtmuseum in der Nähe mit einem 80m Wasserfall zu besuchen, in dem ein Dorf aus der Gegend, dass zu Zeiten der aufkommenden Papierindustrie errichtet wurde. Es ist erstaunlich mit wieviel Aufwand die völlig zerfallenen Häuser wieder hergerichtet wurden.
Schließlich haben wir dann den langen Heimweg durch Kanadas Wildnis angetreten. Hier und da sind mal ein paar vereinzelte Häuser und größere Dörfer können auch mal 50km voneinander entfernt sein.
Dienstag, 2. September 2008
Kanutour-30.08-01.09, Mooselookmeguntic Lake, Maine
So lieber Jan, extra für dich nehme ich die Qual auf mich selbst noch zu Zeiten wo du und ich längst im Bett sein sollten den Bericht zu verfassen ;)
Anlass für diesen Ausflug war die Tatsache, dass der 1. Mai in Kanada und den USA der 1. September war und damit Montag ein Feiertag. Da an der Uni noch nicht viel los war, konnte ich dieses Wochenende nicht einfach so verstreichen lassen und habe mir mal wieder über den Outdoors Club von McGill einen netten Ausflug rausgesucht. Das ganze nannte sich Canoe-Camping und ging mal wieder in das kleine Nachbarland im Süden in den Staat Maine.
Samstag früh haben sich dann fünf paddelwillige Studenten in Montreal getroffen und sind mit dem Auto ca. 3,5 h bis zum Mooselookmeguntic Lake gefahren. Dort haben wir uns dann für die kommenden 2,5 Tage zwei Kanus bei einem älteren Herren ausgeliehen, dessen Vorfahren doch tatsächlich aus Stuttgart kamen. So klein ist die Welt. Bei angenehmen Wetter ging dann die Fahrt mit uns und den Rucksäcken los zu einer Insel in dem See.
Nachdem wir uns dann ein FirePermit und die Campingerlaubnis erkauft haben, konnten wir auch dort an unserem kleinen Privatstrand übernachten, wobei sich die Wetterleuchten abends bereits einen nächtlichen Regen angekündigt haben.
Die Essensversorgung lief relativ unkompliziert ab: Jeder hat irgendwas mitgebracht, so dass er davon das Wochenende über sich ernähren konnte. Danach wurde alles zusammengeschmissen und irgendein lustiges Essen gekocht.
Das Wetter am Sonntag war noch schöner als am Samstag, allerdings ist schon langsam ein Wind aufgezogen, der nie mehr nachlassen sollte. Also hieß es gegen den Wind paddeln um einen Damm zu erreichen, der den Mooselookmeguntic Lake mit dem Richardson Lake verband. Vor dem Mittagessen musste dann noch schnell die komplette Ausrüstung zum anderen See getragen werden und dann gabs erstmal die wohlverdiente Pause.
Am anderen See konnte der Wind noch extremer mit dem Wasser spielen und bescherte uns reichlich Wellen, diesmal allerdings hatten wir den Wind im Rücken. Da vergisst man dann schnell mal, dass man den ganzen Weg auch wieder irgendwann zurück muss. Unser Ziel war es in dieser wunderbaren Landschaft auch noch einen wunderschönen Platz für die Nacht zu finden. Direkt am Wasser begann immer sofort der endlose Wald, allerdings gab es einige Stellen wo sich noch kurz ein kleiner Sandstrand (woher auch immer) dazwischengedrückt hat und so eine Stelle sollte gefunden werden. Einige schöne Stellen waren dann leider schon durch Amis besetzt, die den sportlichen Aspekt am Sonntagsausflug übergangen haben und direkt mit ihrem Motorboot losgezogen sind um den Kanufahren schöne Strände wegzuschnappen. Etwas weiter wurden wir aber dann doch belohnt: Ein super Sandstrand lag bereit um uns eine Herberge unter dem Sternenhimmel in der Nacht zu bieten und den Fußspuren nach zu urteilen hat sich ein Elch ein paar Tage zuvor diesen Strand auch schon mal zum Spazierengehen ausgesucht. Abends konnten wir dann so den Sonnenuntergang genießen und das Wetter ließ es danach sogar zu ohne Zelt zu schlafen, etwas kalt wurde es aber schon. Zwei von uns haben dann abends noch eine kleine Kanutour unternommen und dabei kurzerhand mal eine Elch-mama mit Baby gesichtet. Leider ohne Kamerabeweis.
Am Montag morgen haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet. Trotz bestem Wetter mit blauem Himmer hat der Wind nicht nachgelassen und blies direkt aus der Richtung, wo wir hinfahren mussten. Die erste Etappe war demnach eine Qual. Nach zwei Stunden waren wir wieder am Damm, am Tag zuvor haben wir für das gleiche Stück ungefähr eine halbe Stunde in die andere Richtung gebraucht. Zurück am Mooselookmeguntic Lake war der Wind wieder etwas schwächer und wir konnten unsere Rückfahrt fortsetzen. Dennoch kamen wir dann völlig erschöpft am Auto wieder an und fuhren am Montag abend Richtung Montreal zurück. Ein Zwischenstopp bei einem Burgerrestaurant in einem kleinen Dorfkaff brachte uns wieder zu Kräften, dort entstand auch das Bild von dem Laden, in dem man Schneemobile oder Quads kaufen konnte. Der Ladenname war: Big Toys for big boys and girls. Das musste fotografiert werden.
Anlass für diesen Ausflug war die Tatsache, dass der 1. Mai in Kanada und den USA der 1. September war und damit Montag ein Feiertag. Da an der Uni noch nicht viel los war, konnte ich dieses Wochenende nicht einfach so verstreichen lassen und habe mir mal wieder über den Outdoors Club von McGill einen netten Ausflug rausgesucht. Das ganze nannte sich Canoe-Camping und ging mal wieder in das kleine Nachbarland im Süden in den Staat Maine.
Samstag früh haben sich dann fünf paddelwillige Studenten in Montreal getroffen und sind mit dem Auto ca. 3,5 h bis zum Mooselookmeguntic Lake gefahren. Dort haben wir uns dann für die kommenden 2,5 Tage zwei Kanus bei einem älteren Herren ausgeliehen, dessen Vorfahren doch tatsächlich aus Stuttgart kamen. So klein ist die Welt. Bei angenehmen Wetter ging dann die Fahrt mit uns und den Rucksäcken los zu einer Insel in dem See.
Nachdem wir uns dann ein FirePermit und die Campingerlaubnis erkauft haben, konnten wir auch dort an unserem kleinen Privatstrand übernachten, wobei sich die Wetterleuchten abends bereits einen nächtlichen Regen angekündigt haben.
Die Essensversorgung lief relativ unkompliziert ab: Jeder hat irgendwas mitgebracht, so dass er davon das Wochenende über sich ernähren konnte. Danach wurde alles zusammengeschmissen und irgendein lustiges Essen gekocht.
Das Wetter am Sonntag war noch schöner als am Samstag, allerdings ist schon langsam ein Wind aufgezogen, der nie mehr nachlassen sollte. Also hieß es gegen den Wind paddeln um einen Damm zu erreichen, der den Mooselookmeguntic Lake mit dem Richardson Lake verband. Vor dem Mittagessen musste dann noch schnell die komplette Ausrüstung zum anderen See getragen werden und dann gabs erstmal die wohlverdiente Pause.
Am anderen See konnte der Wind noch extremer mit dem Wasser spielen und bescherte uns reichlich Wellen, diesmal allerdings hatten wir den Wind im Rücken. Da vergisst man dann schnell mal, dass man den ganzen Weg auch wieder irgendwann zurück muss. Unser Ziel war es in dieser wunderbaren Landschaft auch noch einen wunderschönen Platz für die Nacht zu finden. Direkt am Wasser begann immer sofort der endlose Wald, allerdings gab es einige Stellen wo sich noch kurz ein kleiner Sandstrand (woher auch immer) dazwischengedrückt hat und so eine Stelle sollte gefunden werden. Einige schöne Stellen waren dann leider schon durch Amis besetzt, die den sportlichen Aspekt am Sonntagsausflug übergangen haben und direkt mit ihrem Motorboot losgezogen sind um den Kanufahren schöne Strände wegzuschnappen. Etwas weiter wurden wir aber dann doch belohnt: Ein super Sandstrand lag bereit um uns eine Herberge unter dem Sternenhimmel in der Nacht zu bieten und den Fußspuren nach zu urteilen hat sich ein Elch ein paar Tage zuvor diesen Strand auch schon mal zum Spazierengehen ausgesucht. Abends konnten wir dann so den Sonnenuntergang genießen und das Wetter ließ es danach sogar zu ohne Zelt zu schlafen, etwas kalt wurde es aber schon. Zwei von uns haben dann abends noch eine kleine Kanutour unternommen und dabei kurzerhand mal eine Elch-mama mit Baby gesichtet. Leider ohne Kamerabeweis.
Am Montag morgen haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet. Trotz bestem Wetter mit blauem Himmer hat der Wind nicht nachgelassen und blies direkt aus der Richtung, wo wir hinfahren mussten. Die erste Etappe war demnach eine Qual. Nach zwei Stunden waren wir wieder am Damm, am Tag zuvor haben wir für das gleiche Stück ungefähr eine halbe Stunde in die andere Richtung gebraucht. Zurück am Mooselookmeguntic Lake war der Wind wieder etwas schwächer und wir konnten unsere Rückfahrt fortsetzen. Dennoch kamen wir dann völlig erschöpft am Auto wieder an und fuhren am Montag abend Richtung Montreal zurück. Ein Zwischenstopp bei einem Burgerrestaurant in einem kleinen Dorfkaff brachte uns wieder zu Kräften, dort entstand auch das Bild von dem Laden, in dem man Schneemobile oder Quads kaufen konnte. Der Ladenname war: Big Toys for big boys and girls. Das musste fotografiert werden.