Freitag, 1. Mai 2009

Bye Montréal

tja, wer hätte das gedacht. Ich wohl am Wenigsten, obwohl mir das Ende in Montréal wohl am häufigsten und deutlichsten vor Augen war. Nun ist es soweit und pünktlich zu Beginn des "Wonnemonats" Mai verlasse ich meine Heimat der letzten zwei Trimester oder neun Monate.

Zu Beginn eines solchen kleinen Abenteuers mag einem wohl so einiges in einem anderem Land merkwürdig, anders oder ungewohnt vorkommen. Ein Freund sagte dann aber einmal treffend: "Man ist erst dann richtig angekommen, wenn man nicht ständig Dinge mit Deutschland vergleicht". Und ich denke, daran ist etwas "Wahres". Als ich vorhin mein Zimmer aufgeräumt und vorallem ausgeräumt habe und mir dabei ein Block DIN A4 Papier in die Hände fiel, kam mir das doch deutlich merkwürdig vor, im Gegensatz zu dem etwas breiteren aber weit nicht so langem US Paper Format. Ist das jetzt ein Zeichen, dass ich dann bald in Deutschland alles mit Kanada vergleiche anstatt umgekehrt? Vielleicht ein bisschen, aber trotzdem freue ich mich schon riesig euch alle bald wiederzusehen.

Was ist passiert in meinen letzten Monaten? Na ja, eigentlich wisst Ihr ja schon alles aus diesem Block, zumindest all die großen Aktivitiäten die ich so unternommen habe, aber natürlich macht vor allem die kleinen "Events" oder alltäglichen Situationen den Großteil der Erlebnisse aus. Und die waren durchaus vielfältig, vielsprachig, neuartig, merkwürdig, interessant... auf jeden Fall bleibend.

Mit meinem Mitbewohner hatte ich tolle Abende hier in unserer kleinen WG verbracht, ob beim Kochen, Film schauen, Wii spielen oder auch diskutieren. Daher konnte ich es mir diese Woche nicht entgehen lassen, nochmals kurz zu einem Kurztripp nach Québec aufzubrechen, da er dort eine CD Veröffentlichung seiner Québecer Band in einer Kneipe dort hatte. Für mich hieß das, Montags mein Büro an der Uni räumen, abends mit der Mitfahrgelegenheit nach Québec. Mein Mitbewohner war schon dort und hat mich abgeholt. Dann haben wir einen kleinen Filmeabend hingelegt, bei dem ich traditionell das Ende nicht miterlebe. Ab nächsten Tag war er dann mit Proben beschäftigt und ich habe mir nochmals ein bisschen Québec angeschaut. Abends war dann die große Party mit vielen Leuten, guter Musik und zum Stolz der Musiker dem Fernsehen "Radio Canada". Dementsprechend wurde dann auch gebührend gefeiert. Übrigens: Die Band "The Merry Makers" gibt es schon seit vielen Jahren. Sie hatte früher viele Fernsehauftritte, Konzerte und daher großen Erfolg. Nach einer siebenjährigen "kreativen Pause", die von den meisten Musikern zur Familienbildung genutzt wurde, hat sie sich jetzt neu Formatiert mit meinem Mitbewohner Jean-Philippe als neuem Sänger. Mittwoch morgen um sieben ging es dann zurück nach Montréal, um anschließend eine Abschlussbesprechung mit meinen Profs zu meiner Studienarbeit zu haben. Das war dann auch mein letzter Gang in die Ecole Polytechnique.



Und was passiert jetzt mit mir? Na ja, ich will ja mal nicht in Trauer und Selbstmitleid versinken, denn es warten drei grandiose Wochen "British Columbia" auf mich. Morgens gehts nach Vancouver und dann werde ich mit meinem Vater zusammen die Rocky Mountains im Übergang zwischen Winter und Frühjahr erkunden.

Näheres würde ich sagen gibt es dann hinterher, wer will bei dem ein oderen anderem Tannenzäpfle zurück in Deutschland.