Vor einer guten Woche bin ich über das Wochenende nochmals mit dem McGill Outdoors Club in eine Hütte gefahren, das ist mittlerweile bereits mein zweites NewMember-Weekend. Im Gegensatz zu Montréal hatte es dort ungefähr doppelt so viel Schnee, ich würde mal sagen lageabhängig zwischen 50cm und 100cm. Ein Genuss und dazu noch Pulverschnee der feinsten Art. Was will man mehr.
Unsere Hütte bestand aus einem grossen Raum mit Betten am Rand und einem grossen Tisch und einem offenen Kamin in der Mitte. Daher noch eine kleine Küchenzeile. Man sollte eben abends nicht allzu müde sein oder schlafen können wie ein Murmeltier, wenn man zusammen einen grossen Raum teilt. Ich hab mich dann für die erste Variante entschieden.
Aber langsam, von Anfang: Zunächst mal haben wir Samstag morgens versucht ein Quincy, eine Art Iglo aus Schnee zu bauen, in dem man trotz frostigen Aussentemperaturen angenehm schlafen sollte. Ausprobiert haben wir es allerdings nicht. Das Quincy ist ein riesiger Schneehaufen, den man anschliessend von Innen aushoehlt, wobei der Eingang so klein wie möglich gehalten werden soll.
Mittags haben wir dann alle zusammen ein äusserst anstrengendes Spiel im Schnee gespielt, wobei bei diesen Schneehoehen eher von Schwimmen oder Robben als von Rennen die Rede sein kann. Man kann sich auch nie sicher sein, ob unter der Schneedecke ein Baumstamm liegt, oder einer kleiner Baum waechst, oder ein Graben verläuft, sollte es so sein, dann steckt man eben kurz mal bis zur Brust drin. Gut für die Gegner.
Anschliessend waren alle äusserst hungrig, somit sind wir zurück zur Hütte und haben den gemütlichen Teil des Abends eingeleitet.
Am Sonntag früh ist dann ein Teil von uns bei Schneefall mit den Schneeschuhen zum Bushwalking aufgebrochen. Alle im Gänsemarsch bahnen sich einen Weg über Seen, durch Wälder, die Böschung hoch oder runter und sollte man auf einen Weg treffen, dann möglichst einmal kreuzen und weiter in den Schnee. Wer ganz hinten läuft hat den etwas einfacheren Part, dann ist der Schnee nämlich schon etwas komprimiert. Wer vorne läuft hat den anstrengensten aber auch den lustigsten Job. Trotz Schneeschuhen sinkt man ersteinmal grob 30-40cm ein und beginnt den anderen einen Weg zu bahnen. Das ist dann ein bisschen wie Geschenke auspacken, man weiss nicht so richtig, was einen erwartet. Ein kleiner Bachlauf, ein Loch, in dem der Körper halb drin steckt oder irgendwelche Büsche, die sich einem in den Weg stellen. Insgesamt: Ein grosser Spass.
Montag, 26. Januar 2009
Sonntag, 11. Januar 2009
Weihnachtsferien
Am 23.12 letzten Jahres war es soweit: Pünktlich zu meiner Halbzeit in Montréal kam mich Sarah für zwei Wochen besuchen, um mit mir Weihnachten und Silvester zu feiern sowie Kanada zu entdecken.
Die Weihnachtsfeiertage haben wir ruhig in Montreal verbracht und mein Magen wurde verwöhnt: Selbst Spätzle und Zutaten zum Gulasch wurden aus Deutschland eingeflogen.
Am 26. Dezember ging es dann mit einem Mietwagen los Richtung Westen, zunächst haben wir aber doch ein bisschen gebraucht, um das Auto aus der Parklücke auf die Straße zu bringen, denn in den Tagen davor hat es etwas geregnet und über Nacht hat sich dann rund um das Auto ein schöner Rand aus Eis und Schnee gebildet. Mit der Hilfe eines freundlichen Kanadiers (LKW-Fahrer von Beruf) gelang es dann schließlich mit vielen durchdrehenden Reifen und festem Anpacken unseres "Plastikautos" dieses von der Stelle zu bewegen.
Unser erster Stop (abgesehen von diversen "Tim Hortons", "McD's"...) war dann morgens früh um 10:00 in Ottawa, der Hauptstadt Kanadas, an der Grenze zwischen Ontario und Québec, also französisch- und englischsprachigem Kanada - der Fairheit zuliebe.
Ottawa war an diesem Feiertag, zu der Uhrzeit und den Temperaturen wie ausgestorben. Wir haben uns dann schnell den Parlamentshügel und das Parlament angeschaut und sind dann auch relativ schnell weitergefahren. Normalerweise ist Ottawa im Winter bekannt für seine mehrere Kilometer lange Natureisbahn auf dem Rideau-Kanal, mit Verkaufsbuden am Rand. Aufgrund des bis dahin sehr unstabilen Wetters mit regelmäßigen Regentagen war das Eis jedoch noch nicht fest genug. Ich denke das sollte sich mittlerweile geändert haben, in Montréal steigt das Thermometer nicht mehr über -5°C.
Anschließend sind wir weiter Richtung Nordwesten gefahren. Unser Ziel war der Algonquin Nationpark, einer der bekanntesten Nationparks Kanadas mit mehreren tausend Seen. Vor allem im Sommer ist aufgrund der Nähe zu Toronto (200km südlich) dort reger Betrieb mit Kanufahrern und Wanderern.
Im Algonquinpark haben wir für ein paar Nächte ein wunderschönes Hostel im rustikalen Holzhausstil mit einer sehr gemütlichen Lounge gebucht. Geplant waren Schneeschuhwanderungen und eine halbtägige Schlittenhundetour. Leider hat es dann erstmals ein Tag komplett durchgeregnet, so dass wir nur eine kleinere Tour unternehmen konnten. Am darauffolgenden Tag hat dann ein starker Sturm eingesetzt, so dass wir auch dort eher das Sofa in der Lounge und ein gutes Buch vorgezogen haben, lediglich zu einer kleinen Minischneeschuhtour haben wir uns in den Park getraut. Schließlich wurde aufgrund des schlechten Wetters unsere Schlittenhundetour noch um zwei Tage verschoben, so dass wir den Aufenthalt im Algonquin Park verlängert haben. Glücklicherweise, denn in den nächsten Tagen hatten wir herrlichen Sonnenschein und konnten die Schneeschuhtouren genießen. Außerdem wäre es äußerst schade gewesen, die Schlittenhundetour ausfallen zu lassen, denn sie war doch eines der Highlights unserer Tour. Wir hatten zu zweit einen Schlitten mit sechs Hunden. Einer saß vorne im Schlitten und einer spielte den "Musher". Unsere Aufgabe war weniger das Lenken, aber vielmehr Bremsen bei Talfahrten und leichte Schiebehilfe, wenn es bergauf ging. Allerdings war unser Guide doch etwas schwerer als wir, somit waren wir eigentlich mehr mit Bremsen als Anschieben beschäftigt.
Danach sind wir am 30.12.08 direkt weiter nach Toronto gefahren, wo wir bei Diana und Markus (meinem Stuttgart Kollegen in Montreal) schlafen konnten. Am nächsten Tag ging es erst einmal auf Stadtbesichtigung. Nicht fehlen dürfen dabei der "Kensington Market" mit seinem Stuhl und dem Globus als Symbol und Chinatown. Der Kensingtonmarket ist eine Sammlung günstiger, kleiner Läden, in denen man fast alles bekommt, vor allem Klamotten. Wenn dann noch ein Ramschartikel fehlen sollte, dann findet man diesen in Chinatown. Weiter ging es dann in Richtung Stadtzentrum und aufgrund der unangenehmen Außentemperaturen relativ schnell in das Eaton Shopping Center. Für die Mädchen ein Paradies, für die Jungen eine Möglichkeit entspannt einen Kaffee zu trinken. Danach sind wir alle zusammen noch auf den CN Tower, einst höchsten Turm der Welt, gefahren. Von dort oben hat man hinter dicken Glasscheiben und einer sehr warmen Heizung einen wunderbaren Ausblick über Toronto, die Inseln davor und natürlich den riesigen Lake Ontario, erst Recht bei dem tollen sonnigen Wintertag. Die Zeit bis zum Sonnenuntergang haben wir dann vorwiegend mit Schauen und Fotografieren verbracht. Und dann der Sonnenuntergang...
Dies war der letzte Tag im Jahr 2008. Vor lauter Rumlaufen, shoppen und Toronto von oben anschauen hatten wir etwas die Zeit und vor allem die Tatsache vergessen, dass an Silvester die Läden um 18:00 schließen (sonst 24h offen). Daher mussten wir etwas improvisieren was unser Silvester-Gourmet-Menü anging. Aber auch das lies sich regeln, zum Glück haben die Chinesen wann anders Silvester ;) Den Silvesterabend haben wir dann gemütlich mit selbergemixten Cocktails in der WG von Diana verbracht.
Am 01 Januar sind wir dann alle zusammen 120km den Ontario-See entlang gefahren um die Niagara-Fälle im Winter zu erleben. Leider war das Wetter nicht ganz ideal, so dass nicht unbedingt die Traumfotos entstanden sind, aber die Größe und Macht der beiden Wasserwände an der Grenze zwischen den USA und Kanada war dennoch zu sehen. Ein bisschen schade ist außerdem, dass sowohl auf der amerikanischen als auch der kanadischen Seite rund um die Fälle ein kleines Las Vegas gebaut wurde. Eine bekannte Hotelkette reiht sich an die nächste und jede versucht noch einen besseren Aussichtsturm mit Blick auf die Fälle zu bauen. Mittendrin fällt dann das obligatorische Kasino kaum mehr auf, ganz zu schweigen von den Fällen selber.
Leider hieß es am 02. Januar schon wieder Abschied nehmen von Toronto und unsere Reise war dann nach 2000km zu Ende. Nach ein paar schönen weiteren Tagen in Montreal mit Besuch des Biodomes (kleiner Zoo), des Olympiastadions, der Insel im St. Lorenz Strom mit der Formel1-Strecke und dem Kasino war dann leider Sarahs Zeit auch schon zu Ende und ich musste sie am 06 Januar am Flughafen verabschieden.

Die Weihnachtsfeiertage haben wir ruhig in Montreal verbracht und mein Magen wurde verwöhnt: Selbst Spätzle und Zutaten zum Gulasch wurden aus Deutschland eingeflogen.
Am 26. Dezember ging es dann mit einem Mietwagen los Richtung Westen, zunächst haben wir aber doch ein bisschen gebraucht, um das Auto aus der Parklücke auf die Straße zu bringen, denn in den Tagen davor hat es etwas geregnet und über Nacht hat sich dann rund um das Auto ein schöner Rand aus Eis und Schnee gebildet. Mit der Hilfe eines freundlichen Kanadiers (LKW-Fahrer von Beruf) gelang es dann schließlich mit vielen durchdrehenden Reifen und festem Anpacken unseres "Plastikautos" dieses von der Stelle zu bewegen.
Unser erster Stop (abgesehen von diversen "Tim Hortons", "McD's"...) war dann morgens früh um 10:00 in Ottawa, der Hauptstadt Kanadas, an der Grenze zwischen Ontario und Québec, also französisch- und englischsprachigem Kanada - der Fairheit zuliebe.
Ottawa war an diesem Feiertag, zu der Uhrzeit und den Temperaturen wie ausgestorben. Wir haben uns dann schnell den Parlamentshügel und das Parlament angeschaut und sind dann auch relativ schnell weitergefahren. Normalerweise ist Ottawa im Winter bekannt für seine mehrere Kilometer lange Natureisbahn auf dem Rideau-Kanal, mit Verkaufsbuden am Rand. Aufgrund des bis dahin sehr unstabilen Wetters mit regelmäßigen Regentagen war das Eis jedoch noch nicht fest genug. Ich denke das sollte sich mittlerweile geändert haben, in Montréal steigt das Thermometer nicht mehr über -5°C.
Anschließend sind wir weiter Richtung Nordwesten gefahren. Unser Ziel war der Algonquin Nationpark, einer der bekanntesten Nationparks Kanadas mit mehreren tausend Seen. Vor allem im Sommer ist aufgrund der Nähe zu Toronto (200km südlich) dort reger Betrieb mit Kanufahrern und Wanderern.
Im Algonquinpark haben wir für ein paar Nächte ein wunderschönes Hostel im rustikalen Holzhausstil mit einer sehr gemütlichen Lounge gebucht. Geplant waren Schneeschuhwanderungen und eine halbtägige Schlittenhundetour. Leider hat es dann erstmals ein Tag komplett durchgeregnet, so dass wir nur eine kleinere Tour unternehmen konnten. Am darauffolgenden Tag hat dann ein starker Sturm eingesetzt, so dass wir auch dort eher das Sofa in der Lounge und ein gutes Buch vorgezogen haben, lediglich zu einer kleinen Minischneeschuhtour haben wir uns in den Park getraut. Schließlich wurde aufgrund des schlechten Wetters unsere Schlittenhundetour noch um zwei Tage verschoben, so dass wir den Aufenthalt im Algonquin Park verlängert haben. Glücklicherweise, denn in den nächsten Tagen hatten wir herrlichen Sonnenschein und konnten die Schneeschuhtouren genießen. Außerdem wäre es äußerst schade gewesen, die Schlittenhundetour ausfallen zu lassen, denn sie war doch eines der Highlights unserer Tour. Wir hatten zu zweit einen Schlitten mit sechs Hunden. Einer saß vorne im Schlitten und einer spielte den "Musher". Unsere Aufgabe war weniger das Lenken, aber vielmehr Bremsen bei Talfahrten und leichte Schiebehilfe, wenn es bergauf ging. Allerdings war unser Guide doch etwas schwerer als wir, somit waren wir eigentlich mehr mit Bremsen als Anschieben beschäftigt.
Danach sind wir am 30.12.08 direkt weiter nach Toronto gefahren, wo wir bei Diana und Markus (meinem Stuttgart Kollegen in Montreal) schlafen konnten. Am nächsten Tag ging es erst einmal auf Stadtbesichtigung. Nicht fehlen dürfen dabei der "Kensington Market" mit seinem Stuhl und dem Globus als Symbol und Chinatown. Der Kensingtonmarket ist eine Sammlung günstiger, kleiner Läden, in denen man fast alles bekommt, vor allem Klamotten. Wenn dann noch ein Ramschartikel fehlen sollte, dann findet man diesen in Chinatown. Weiter ging es dann in Richtung Stadtzentrum und aufgrund der unangenehmen Außentemperaturen relativ schnell in das Eaton Shopping Center. Für die Mädchen ein Paradies, für die Jungen eine Möglichkeit entspannt einen Kaffee zu trinken. Danach sind wir alle zusammen noch auf den CN Tower, einst höchsten Turm der Welt, gefahren. Von dort oben hat man hinter dicken Glasscheiben und einer sehr warmen Heizung einen wunderbaren Ausblick über Toronto, die Inseln davor und natürlich den riesigen Lake Ontario, erst Recht bei dem tollen sonnigen Wintertag. Die Zeit bis zum Sonnenuntergang haben wir dann vorwiegend mit Schauen und Fotografieren verbracht. Und dann der Sonnenuntergang...
Dies war der letzte Tag im Jahr 2008. Vor lauter Rumlaufen, shoppen und Toronto von oben anschauen hatten wir etwas die Zeit und vor allem die Tatsache vergessen, dass an Silvester die Läden um 18:00 schließen (sonst 24h offen). Daher mussten wir etwas improvisieren was unser Silvester-Gourmet-Menü anging. Aber auch das lies sich regeln, zum Glück haben die Chinesen wann anders Silvester ;) Den Silvesterabend haben wir dann gemütlich mit selbergemixten Cocktails in der WG von Diana verbracht.
Am 01 Januar sind wir dann alle zusammen 120km den Ontario-See entlang gefahren um die Niagara-Fälle im Winter zu erleben. Leider war das Wetter nicht ganz ideal, so dass nicht unbedingt die Traumfotos entstanden sind, aber die Größe und Macht der beiden Wasserwände an der Grenze zwischen den USA und Kanada war dennoch zu sehen. Ein bisschen schade ist außerdem, dass sowohl auf der amerikanischen als auch der kanadischen Seite rund um die Fälle ein kleines Las Vegas gebaut wurde. Eine bekannte Hotelkette reiht sich an die nächste und jede versucht noch einen besseren Aussichtsturm mit Blick auf die Fälle zu bauen. Mittendrin fällt dann das obligatorische Kasino kaum mehr auf, ganz zu schweigen von den Fällen selber.
Leider hieß es am 02. Januar schon wieder Abschied nehmen von Toronto und unsere Reise war dann nach 2000km zu Ende. Nach ein paar schönen weiteren Tagen in Montreal mit Besuch des Biodomes (kleiner Zoo), des Olympiastadions, der Insel im St. Lorenz Strom mit der Formel1-Strecke und dem Kasino war dann leider Sarahs Zeit auch schon zu Ende und ich musste sie am 06 Januar am Flughafen verabschieden.
Mittwoch, 7. Januar 2009
Samstag, 20. Dezember 2008
Semesterende
Wer hätte das denn geglaubt. Marc hat wieder Zeit Berichte zu schreiben und zu Faulenzen, denn:
Ich habe Ferien!!!
Donnerstag abend war meine letzte Prüfung, im Masterkurs "Contrôle non linéaire". Jetzt kommen erstmal alle Unisachen in den Schrank und ich mache was ich will. Die letzen Wochen waren dann doch etwas intensiv, obwohl für die eigentliche Prüfungsvorbereitung nicht sonderlich viel Zeit blieb, denn ist ja klar, jeder Professor will natürlich genau am Semesterende noch schnell ein Miniprojekt oder eine kleine "Hausarbeit" oder gar ein Referat haben. Ist ja kein Problem und Schlaf braucht man auch nicht unbedingt.
Vielleicht noch was zu Prüfungen: Es kann hier oft vorkommen, dass mehrere Kurse gleichzeitig in einem Raum ihre Prüfung schreiben. Ist auch platzsparend, denn man setzt einfach die Kurse durchmischt in den Raum, dann kann ich von meinem Nachbarn auch nicht viel abschreiben, wenn er sich gerade über Umweltschutztechnik auslässt. Die Aufsicht sind hier dann auch wie Angestellte und die Profs haben zum Zeitpunkt der Prüfung damit nichts zu tun. Ist eigentlich alles ganz gut, außer man hat eine Frage, dann gibt es nämlich nur die Möglichkeit, dass die Aufsicht beim Prof anruft oder der Prof sagt, wie in unserem Fall, davor, dass zwei Seiten Formelsammlung erlaubt sind und schreibt aber auf den Prüfungsbogen nur eine. Was soll die Aufsicht dann machen? Ihn anrufen? Kann sie gerne versuchen, der Prof lag aber im Krankenhaus.
Ich habe Ferien!!!
Donnerstag abend war meine letzte Prüfung, im Masterkurs "Contrôle non linéaire". Jetzt kommen erstmal alle Unisachen in den Schrank und ich mache was ich will. Die letzen Wochen waren dann doch etwas intensiv, obwohl für die eigentliche Prüfungsvorbereitung nicht sonderlich viel Zeit blieb, denn ist ja klar, jeder Professor will natürlich genau am Semesterende noch schnell ein Miniprojekt oder eine kleine "Hausarbeit" oder gar ein Referat haben. Ist ja kein Problem und Schlaf braucht man auch nicht unbedingt.
Vielleicht noch was zu Prüfungen: Es kann hier oft vorkommen, dass mehrere Kurse gleichzeitig in einem Raum ihre Prüfung schreiben. Ist auch platzsparend, denn man setzt einfach die Kurse durchmischt in den Raum, dann kann ich von meinem Nachbarn auch nicht viel abschreiben, wenn er sich gerade über Umweltschutztechnik auslässt. Die Aufsicht sind hier dann auch wie Angestellte und die Profs haben zum Zeitpunkt der Prüfung damit nichts zu tun. Ist eigentlich alles ganz gut, außer man hat eine Frage, dann gibt es nämlich nur die Möglichkeit, dass die Aufsicht beim Prof anruft oder der Prof sagt, wie in unserem Fall, davor, dass zwei Seiten Formelsammlung erlaubt sind und schreibt aber auf den Prüfungsbogen nur eine. Was soll die Aufsicht dann machen? Ihn anrufen? Kann sie gerne versuchen, der Prof lag aber im Krankenhaus.
Déneigement
Der Winter rückt immer näher, die Temperaturen kratzen auch mal an der -20°-Marke und es schneit hin und wieder mehr oder minder heftig. Wenn dann mal 20-30 cm in der Stadt liegen, dann wird es hier Zeit für eine ganz besondere Einsatztruppe, die oft von privaten Firmen gestellt wird: den Leuten vom Déneigement, der Schneeentfernung. Und Schneeentfernung ist tatsächlich nicht nur Schnee-zur-Seite-schieben, sondern Schnee aus der Stadt herausschaffen. Eigentlich ja bissle schade, denn viel Schnee ist immer Abenteuer und schön.
Es mag wohl Leute geben, die das total langweilig finden, aber wer mich kennt, der weiß genau, dass ich das zumindest am Anfang doch recht interessant finden würde. Daher will ich hier kurz mal "für Liebhaber" die Prozedur des "Déneigements" beschreiben:
1. Im ersten Schritt muss der Schnee von überall her in die Straßenmitte befördert werden. Dazu werden zunächst mal sogenannte "chenillettes de trottoirs", also diese lustigen Gehwegflitzer eingesetzt, um den Schnee von den Gewegen zu befördern, ständig um Straßenlaternen und Mülleimer zirkelnd.

2. Anschließend kommt die "Niveleuse" zum Einsatz, um millimetergenau den Schnee vom Straßenrand in die Straßenmitte zu befördern.

3. Jetzt kommt der große Radlader um den von den Niveleusen angehäuften Schnee so umzuschieben, dass der linke Rand der Straße bereits komplett frei ist und in der Mitte der rechten Seite der komplette Schnee liegt.

4. Jetzt kommt die Schneefräse und bläst den kompletten Schnee in einen LKW, der direkt nebenan auf dem freien linken Streifen fährt. Diese LKWs sind entweder 20 oder auch 40-Tonner. Und wenn ca. 20cm Schnee liegen, dann ist so ein 20-Tonnen-LKW in wenigen hundert Metern voll. Daher fährt hinter der Fräse mindestens ein weiterer LKW, der dann im fliegenden Wechsel den ersten ablöst, wenn dieser voll ist.

Auf den Bildern sieht es fast so aus, als ob diese Karawane sich nur auf bereits "gesäuberten" Straßen abspielt, aber das ist eben von meiner Wohnung nicht anders aufzunehmen gewesen.
Diese Prozedur läuft äußerst schnell ab und meist nur nachts. Ich habe mal gelesen, dass Montreal innerhalb von 8 Stunden nach einem Schneefall gesäubert sein soll. Früher wurde der ganze Schnee wohl in den St.-Lorenz-Strom gekippt, jetzt gibt es aber eigens dafür bereitgestellt Abladeplätze, da der Schnee doch auch mit sehr vielen ungesunden Bestandteilen, wie ein Salz-Chemie-Gemisch durchsetzt ist.
Tja und wie kann sich das ganze eigentlich in einer engen Straße abspielen: Ganz einfach, tagsüber werden Schilder aufgestellt, dass in der Nacht dort ein Deneigement stattfindet, dann müssen alle Autos weggeparkt werden. Direkt bevor es losgeht kommt dann ein Sirenenwagen, dann hat man noch ein paar Minuten Zeit bevor ein Abschleppdienst kurzen Prozess macht.
Wer jetzt immer noch nicht genug hat, der kann das ganze auch mal live auf Youtube sehen (mit fliegendem Lastwagenwechsel):
http://www.youtube.com/watch?v=D5UwETYyZTA
So genug Technikgequatsche ;)
Es mag wohl Leute geben, die das total langweilig finden, aber wer mich kennt, der weiß genau, dass ich das zumindest am Anfang doch recht interessant finden würde. Daher will ich hier kurz mal "für Liebhaber" die Prozedur des "Déneigements" beschreiben:
1. Im ersten Schritt muss der Schnee von überall her in die Straßenmitte befördert werden. Dazu werden zunächst mal sogenannte "chenillettes de trottoirs", also diese lustigen Gehwegflitzer eingesetzt, um den Schnee von den Gewegen zu befördern, ständig um Straßenlaternen und Mülleimer zirkelnd.

2. Anschließend kommt die "Niveleuse" zum Einsatz, um millimetergenau den Schnee vom Straßenrand in die Straßenmitte zu befördern.

3. Jetzt kommt der große Radlader um den von den Niveleusen angehäuften Schnee so umzuschieben, dass der linke Rand der Straße bereits komplett frei ist und in der Mitte der rechten Seite der komplette Schnee liegt.

4. Jetzt kommt die Schneefräse und bläst den kompletten Schnee in einen LKW, der direkt nebenan auf dem freien linken Streifen fährt. Diese LKWs sind entweder 20 oder auch 40-Tonner. Und wenn ca. 20cm Schnee liegen, dann ist so ein 20-Tonnen-LKW in wenigen hundert Metern voll. Daher fährt hinter der Fräse mindestens ein weiterer LKW, der dann im fliegenden Wechsel den ersten ablöst, wenn dieser voll ist.

Auf den Bildern sieht es fast so aus, als ob diese Karawane sich nur auf bereits "gesäuberten" Straßen abspielt, aber das ist eben von meiner Wohnung nicht anders aufzunehmen gewesen.
Diese Prozedur läuft äußerst schnell ab und meist nur nachts. Ich habe mal gelesen, dass Montreal innerhalb von 8 Stunden nach einem Schneefall gesäubert sein soll. Früher wurde der ganze Schnee wohl in den St.-Lorenz-Strom gekippt, jetzt gibt es aber eigens dafür bereitgestellt Abladeplätze, da der Schnee doch auch mit sehr vielen ungesunden Bestandteilen, wie ein Salz-Chemie-Gemisch durchsetzt ist.
Tja und wie kann sich das ganze eigentlich in einer engen Straße abspielen: Ganz einfach, tagsüber werden Schilder aufgestellt, dass in der Nacht dort ein Deneigement stattfindet, dann müssen alle Autos weggeparkt werden. Direkt bevor es losgeht kommt dann ein Sirenenwagen, dann hat man noch ein paar Minuten Zeit bevor ein Abschleppdienst kurzen Prozess macht.
Wer jetzt immer noch nicht genug hat, der kann das ganze auch mal live auf Youtube sehen (mit fliegendem Lastwagenwechsel):
http://www.youtube.com/watch?v=D5UwETYyZTA
So genug Technikgequatsche ;)